MIND RAID – Reviews

December 31st, 2022 – Touching Extremes, Italy
https://touchingextremes.wordpress.com/2022/12/31/gorilla-mask-mind-raid/

GORILLA MASK – Mind Raid
by Massimo Ricci

When an engine is in good operating order, it can be disassembled for a very long time before being put back together and starting to roar. So it makes sense that throughout a 13-year span, Gorilla Mask only released a handful of records – four, to be exact. In actuality, the most important thing is to be informed of what to anticipate when confronted with them. By demonstrating the abilities of Peter Van Huffel, Roland Fidezius and Rudi Fischerlehner at the perfect fusion of experimental intent, elastic groove and, every so often, healthy badassery, Mind Raid unquestionably lives up to expectations.

(click link above to read full review)


December, 2022 – Bad Alchemy, Germany
http://www.badalchemy.de

GORILLA MASK – Mind Raid
by Rigobert Dittmann

Wo einem bei Ballrogg, Küchen, Innanen & Pasborg, Sandell & Ullén, Friends & Neighbors und mit “A Muted Reality” (CD600CD) von Angles die Ohren skandinavisch klingeln und bei Hearth mit ‘Today’s Jazz is female’, wo mit “Introducing” der slovenische Pianist Miha Gantar als neuer Stern erschien, findet sich mit Mind Raid(CD602CD) als Nachfolger von “Brain Drain” (2019) auch der nächste Brainstorm von GORILLA MASK. Der, anders als bei den bisherigen Kopfgeburten des Alto- & Baritonsaxofonisten Peter van Huffel, ihn mit dem E-Bassisten Roland Fidezius und dem Drummer Rudi Fischerlehner vom kreativen Input über die komprovisatorische Ausformung bis zum gemeinsamen Mix als ‘Three-headed Monster’ zeigt. Hinter der thrash-jazzigen Brandung und im Zentrum der rotieren­den Zentrifuge operieren also nun ein kollektiver Formwille und eine prozesshafte Formge­bung, bei der auch die Electronics bei van Huffel und die Effekte bei Fidezius gezielt mit­mischen. Der naheliegende Vergleich mit den Freakshow-Brainfucks von Albatre und Kil­ter zeigt einen geistesverwandten Drang, einem, wenn nicht die Fresse, so doch die Sy­napsen zu polieren, und Alarm zu machen mit Frischeschocks, hupenden Stößen, ostina­tem Staccato, sausend und klappernd geschwängerter dicker Luft, dämonisch fräsendem Noise. ‘Demon Durge’ ist absolut ein Schweinsgalopp über Albatre-Terrain, mit lachendem Alto, pfeifendem Getriller, vor die Säue gestreuten Perlen. Die drei tun, was sie können, um dem Geist der Schwere rhythmisch Beine zu machen, mit agilem Arpeggio, crashen­den und klapprigen Beats, röhrendem Push, kernigem Punch, das heulende Elend be­kommt heulend Kontra. Das luftige Alto gerät bei ‘RumbaDub’ auf die schiefe Bahn und ins Stottern, Muschelshaker, Rudis Klingklang und der Bassgroove deuten Richtung Bermu­dadreieck und Rossbreiten, wo die Spur in verkifftem Rauch zerwabert. ‘Centrifuge’ kommt durch kontrarhythmisch furzendes Baritonstaccato und Klackerblech wieder rasant auf Touren, Speedlines verzerren die Raumzeit. Das Finale loopt jedoch gekürzelte Zungenschläge, Bassgeräusche und perkussive Repetition in spiralig-monotonem Dreh, der erratisch und zag zerkleckert und in einer Altowelle zerfasert. Andere mögen die Same-old-same-old-Realität ausklammern, Gorilla Mask brennt sie auf den Nägeln. [BA 117 rbd]